Feinstaub den Kampf ansagen


Wie man sein eigenes Feinstaub-Messgerät bauen kann, zeigt ein neuer Workshop in Margareten.

MARGARETEN. Wer ein hohes Bewusstsein für die Umwelt hat, will meist auch wissen, wie hoch die Feinstaubbelastung in der unmittelbaren Umgebung ist. Doch wie diese messen?

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Silvio Heinze und Sebastian Dürr (v.r.n.l.) geben monatlich Workshops zum Selbstbau. Foto: Nada Andjelic

Der Verein luftdaten.at sowie Die Grünen Margareten luden vergangenen Sonntag zu einem Workshop, bei dem jeder Teilnehmer seine eigene Feinstaub-Messstation bauen konnte.

Eine Messstation selber bauen

“Wir haben das Modell so entworfen, dass man es sich relativ einfach selber zusammenbauen und daheim ans Fenster hängen kann”, erklärt Silvio Heinze vom Verein. Für einen Unkostenbeitrag von 35 Euro für die Bauteile kann man in den monatlich stattfindenden Workshops ein solches Messgerät zusammenbauen.

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Bezirksvorsteherin Stv. Nikola Furtenbach (links) lud gemeinsam mit den Grünen Margareten und dem Verein luftdaten.at zum Bastel-Workshop.
Foto: Nada Andjelic

Die Vereinsmitglieder sind ehrenamtliche Mitarbeiter und arbeiten zusammen mit Klimawissenschaftlern und dem Verein “Global2000”.
In Wien gibt es laut Luftgütebericht lediglich 16 Messstationen. Die veröffentlichten Luftwerte sind jedoch nur Durchschnittswerte.

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Silvio Heinze und Sebastian Dürr (v.l.n.r.) informieren über die Feinstaubbelastung sowie weitere Informationsquellen. Foto: Nada Andjelic

So wird laut Umweltbundesamt “für eine Emissionsinventur meist auf verallgemeinerte Ergebnisse von Einzelmessungen (Emissionsfaktoren) zurückgegriffen”. Die Situation mit dem Feinstaub ändert sich jedoch von Meter zu Meter und auch von Stunde zu Stunde.

Ursachen und Lösungen

Der Verein luftdaten.at setzt genau an diesem Missstand an und fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, proaktiv an der Kontrolle ihrer Umwelt teilzuhaben.

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Die Bausätze gibt der Verein luftdaten.at gegen den Elektronikteile-Selbstkostenbeitrag (35 Euro) ab. Foto: Nada Andjelic

Über die Unterscheidung der beiden bekanntesten Feinstaubpartikel PM10 sowie PM2,5, das sich in unseren Zellen einlagert, informierten die Vereinsmitglieder genauso wie über die Entstehung von möglichen Quellen, wie etwa dem Reifenabrieb bei PKWs.

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Die Bausätze werden von der Konzeption bis zur Produktion vom Verein selbst organisiert. Foto: Nada Andjelic

“In fünf bis zehn Jahren soll jeder ein klares Bild über die Luftqualität in seiner Umgebung haben”, hofft Sebastian Dürr. Er verweist auch auf das deutsche Schwesternprojekt “Open Knowledge Foundation Deutschland”, dessen Luftmesskarte weitaus aufschlussreicher ist.

Daten in die Stadtplanung miteinbeziehen

Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Nikola Furtenbach lud den Verein in die Räumlichkeiten der Grünen Margareten ein und bastelte gleich selbst eine Messstation. Sie zeigte sich begeistert von den Ideen und Lösungsansätzen: „Das könnte man durchaus in die Stadtplanung miteinbeziehen.” Denn viele Freiflächen, die für Durchzug sorgen, sowie Grünanlagen und hohe Feuchtigkeit begünstigen die Luft.

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Bezirksvorsteherin Stv. Nikola Furtenbach bastelte ihre eigene Messstation. Foto: Nada Andjelic

Zur Sache

Die Anmeldung zum Workshop sowie die Bastelanleitung gibt es auf www.luftdaten.at 
Die Werte der Messstationen der Stadt Wien finden Sie auf www.wien.gv.at/umwelt/luft/messwerte/

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